20. April 2021

Jugendpresbyter in der Kirchengemeinde Kölln eingeführt


Lucas Dincher wurde am Sonntag in der Martinskirche Köllerbach in sein Amt als Jugendpresbyter eingeführt. Der 17-jährige Schüler aus Püttlingen ist der wohl erste Jugendpresbyter in der EKiR, somit auch das jüngste Mitglied eines Presbyteriums zwischen Emmerich am Niederrhein und dem Saarland.

In den kommenden Jahren wird er die Geschicke der Evangelischen Kirchengemeinde Kölln maßgeblich mitbestimmen.

In der Kirchengemeinde Kölln ist Lucas schon seit seiner Konfirmation ehrenamtlich aktiv. Heute hilft er im Konfirmandenunterricht und ist bei den Abschlussfahrten als Teamer dabei. Zukünftig plant er, bei Gemeindefesten zu unterstützen, sobald diese wieder möglich sind. „Ich möchte weitergeben, was ich selbst in der Gemeinde mitgenommen und gelernt habe“, sagt Lucas zu seiner Motivation. Und er möchte junge Menschen dazu motivieren es ihm gleichzutun. Den Schwerpunkt seiner künftigen Arbeit als Presbyter sieht er daher in der Jugendarbeit. „Es gibt in meiner Gemeinde zwar Jugendarbeit, aber die ist eng mit dem Konfirmandenunterricht verbunden“, erklärt er. „Ich möchte Angebote organisieren, um die Jugendlichen auch nach der Konfirmation in der Gemeinde zu halten, Möglichkeiten zur Begegnung schaffen.“ Einige Ideen und das Handwerkszeug, die Jugendleiterausbildung, hat Lucas schon – und hofft nun auf Unterstützung durch die anderen Presbyteriumsmitglieder. Berührungsängste hat der begeisterte Sportler keine. „Bisher wurde ich immer sehr nett und gut empfangen“, sagt er.

 

Erst im Januar hatte die Landessynode der EKiR beschlossen, dass die Presbyterien, die Leitungsorgane der Kirchengemeinden, künftig zusätzlich zum regulären Mitgliederbestand einen jungen Menschen zwischen 14 und 27 Jahren zur Mitarbeit berufen sollen. Sind diese Jugendpresbyter noch minderjährig, nehmen sie bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres mit beratender Stimme an den Sitzungen teil. Damit wurde eine Forderung aus der Jugendsynode 2019 umgesetzt, um mehr junge Menschen an Entscheidungen ihrer Kirchengemeinden, die sie betreffen, zu beteiligen.

Eine Entwicklung, die Lucas prinzipiell gut findet, aber er gibt auch zu bedenken: „Seit meiner Konfirmation bin ich ein vollwertiges Mitglied der Kirchengemeinde, da hätte ich eher mehr Rechte erwartet.“ Wichtiger seien aber Gestaltungsangebote für Jugendliche. In seiner neuen Position möchte er dazu beitragen diese zu schaffen.

 

Hintergrund:

Die Leitung einer Kirchengemeinde heißt in der Evangelischen Kirche im Rheinland Presbyterium, die Mitglieder des Presbyteriums sind Presbyterinnen und Presbyter. Diese Amtsbezeichnung leitet sich vom griechischen Wort für „Älteste“ ab, da früher Leitungsaufgaben eher älteren und erfahreneren Menschen aus der Gemeinde übertragen wurden.

Das Presbyterium leitet und verwaltet die Gemeinde. Es trifft Entscheidungen zum Beispiel über die Schwerpunkte der Gemeindearbeit, die Gottesdienstordnung, die Verteilung der Gelder, die Einstellung von Mitarbeitenden oder die Wahl des Pfarrers oder der Pfarrerin.

Alle vier Jahre wird das Presbyterium gewählt. Die nächste Wahl findet 2024 statt. Wählen können alle Gemeindemitglieder, die konfirmiert sind, gewählt werden kann, wer mindestens 18 Jahre alt ist. Neben Gemeindemitgliedern werden auch Mitarbeitende der Gemeinde ins Presbyterium gewählt. Außerdem gehören die Pfarrerinnen und Pfarrer zum Presbyterium.





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